Gemeinde Arrach

Landkreis Cham

 
 

Ein Wohnzimmer für Generationen                                                                                    

Kirchliche Segnung der BRK-Tagespflege Arrach – Schlüsselübergabe an das BRK 


Eine in der Region noch klaffende Lücke zwischen häuslicher und stationärer Pflege hat das BRK Cham in Arrach mit der Einrichtung einer Tagespflege für Senioren geschlossen. Anfang Mai ging die Tagespflegeeinrichtung an den Start und erfreut sich seither an den täglichen Besuchern. In der letzten Woche konnte die Begrünung der Außenanlage fertiggestellt werden. Am Montag nun erfolgte die offizielle Einweihung mit kirchlicher Segnung durch Pfarrer Johann Wutz, die gemeinsam mit den Beteiligten aus dem Vorstand der BRK-Familie, politischen Würdenträgern, Investoren, Architekten und den Tagespflege-Gästen gefeiert wurde.                                                                                                                   


„Es ist wirklich ein guter Tag heute“, meinte BRK-Präsident und Kreisvorsitzender Theo Zellner in seinen Begrüßungsworten. „weil es unsere Aufgabe ist, alle Möglichkeiten zu finden, den Senioren und Seniorinnen einen möglichst angenehmen Lebensabend in der dritten Lebensphase zu schaffen“. Vorab dankte er für die engagierte Rotkreuzarbeit vor Ort durch Helfer vor Ort, Jugendrotkreuz, Wasserwacht Lamer Winkel (im Ehrenamt) sowie Regelkindergarten, Kinderkrippe und Waldkindergarten (im Hauptamt). Mit der wohnortnahen Tagespflege, die sich auf dem Gelände direkt neben dem neuen Kindergarten befindet, sei nun ein ganz weiter Bogen gespannt worden. „Alt und Jung werden zusammengeführt, da stecken pflege- und erziehungspädagogische Gedanken dahinter“, so Zellner.                                                                                                                                 

Der BRK-Präsident nutzte aber auch die Möglichkeit, den einen oder anderen Gedanken über das große Thema Pflege anzubringen. An die Senioren gerichtet meinte er, dass diese „kein Kostenfaktor, sondern ein wichtiger Leistungsfaktor“ seien, da sie ihr Leben lang gearbeitet haben. Die Tagespflege sei eine „Krippe für ältere Menschen“. Mit der wohnortnahen Einrichtung könnten nicht nur pflegende Angehörige dauerhaft und spürbar entlastet werden („Vorteil der kurzen Wege“), sondern den alten Menschen wird Abwechslung, Betreuung, Beschäftigung, Förderung, Kommunikationsmöglichkeiten, aber auch Ruhe und Entspannung geboten. Es freue ihn, dass das Rote Kreuz mit der Schaffung der Räumlichkeiten einen Beitrag leisten könne, dass sie hier am Ort Teil der Gesellschaft bleiben und nicht „in eine fremde Welt versetzt werden“. Auf dieses Konzept sei auch schon die Sendung „Aktion Mensch“ aufmerksam geworden, die darüber berichten wird.                                                                                           


Zellner bescheinigte eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen der Kommune und dem Roten Kreuz. „Schulweg 5 ist eine gute Adresse. Hier ist ein Wohnzimmer für Generationen entstanden.“ Es werde ein Stück Gerechtigkeit geschaffen für Senioren und Seniorinnen. Mit dem Einsatz des Tagespflegebusses entstand eine Antwort auf das Thema „Mobilität im Alter“. Im Landkreis Cham könne man sich glücklich schätzen, gut bezahlte Kräfte gewinnen zu können. Durch das neue Pflegestärkungsgesetz werde diese Art der pflegerischen Betreuung aufgewertet. „Es gibt gute finanzielle Unterstützung, um die Eigenbeteiligung niedrig zu halten“, sagte Zellner. Weiter ging er auch auf den Stellenwert der in der Pflege arbeitenden Kräfte ein, die gegen andere Hightech-Berufe weiter unten angesiedelt sind. „Die Wertigkeit muss eine andere werden. Der Pflegeberuf gehört nach oben geschoben“. Hier in Arrach werde eine lokale Antwort darauf gegeben. Zudem wurden aktuell sieben zukunftssichere, perspektivenreiche Arbeitsplätze geschaffen. Entgegen dem allgemeinen Trend waren die Bewerbungen deutlich mehr als die angebotenen Stellen. Zwei Ehrenamtliche konnten als Hauptamtliche gewonnen werden. Die häusliche Pflege solle mit der Tagespflege nicht ersetzt werden, sondern lediglich eine Ergänzung sein und ein „Treffpunkt für Leute, die eine Begleitung brauchen“. Das eigentliche Ziel sei das Zusammensein, das Erleben von Gemeinschaft. Ein ganz besonderes Dankeschön ging an die Gäste, die dieses Angebot annehmen, sowie Bürgermeister mit Gemeinderat, Seniorenbeauftragte Marion Weber, Arztpraxis Dr. Vogl und umliegenden Praxen, der Investorengruppe um Igor Turovskiy, der Schnabl Architekten GmbH, den beteiligten Baufirmen sowie der gesamten BRK-Familie im Landkreis Cham.                       

                                                                                

Pfarrer Johann Wutz erinnerte an das vierte Gebot „Ehre deinen Vater und deine Mutter“ und mahnte an einen würdevollen, sorgefreien Ruhestand für die älteren Mitchristen in gewohnter Umgebung. Mit der Bibelstelle vom greisen Simeon aus dem Lukas-Evangelium betonte der Geistliche die Wertschätzung des alten Menschen. Anschließend erteilte Pfarrer Wutz den kirchlichen Segen, der die neu bezogenen Räume unter den Schutz Jesu Christi stellt. Gesegnet wurde auch ein schönes Glaskreuz (Geschenk der Gemeinde), das in der Einrichtung seinen Platz finden wird.                                    


MdB Karl Holmeier, stellvertretender Vorsitzender im Kreisverband Cham, gratulierte Investor, Gemeinde und Senioren und sprach von einem gedeihlichen Zusammenspiel aller. Die Arracher Einrichtung sei ein positives Beispiel, wie man vor Ort die Kombination der häuslichen Pflege und Tagespflege auf den Weg bringen kann. Ideal sei auch der Standort. „KiTa und SeTa passen gut zusammen. Kinderlachen kommt ins Haus“, so Holmeier. Er dankte dem Roten Kreuz, das mit mehreren Einrichtungen in Arrach tätig ist.                                                                                                            

Bürgermeister Sepp Schmid wagte einen Blick in die Vergangenheit und beleuchtete den Werdegang von Kindergarten und Tagespflege auf einem Grundstück. Mit dem Verkaufspreis des Geländes plus der staatlichen Förderung sei sogar noch Geld übriggeblieben. Die Tagespflege wurde von der Straubinger Firma Prestige GdbR unter Bauingenieur Igor Turovskiy errichtet und wird vom BRK betrieben. Er sprach von drei Glücksgriffen: 1. Der Gemeinderat habe das Projekt trotz aller Unkenrufe und viel Gegenwind dennoch durchgezogen. 2. Das BRK konnte ins Boot geholt werden als Betreiber. 3. Die Zusammenarbeit mit den Investoren habe immer geklappt. „Sonst stünden wir heute nicht hier“, so Schmid und an die Senioren gewandt: „Ihr habt es euch verdient.“  Der neuen Einrichtung wünschte er viel Glück und Gottes Segen für Bewohner und Mitarbeiter. Präsente gingen an Pflegedienstleitung und weitere Ehrengäste.                                                                                                                               

Als eine für diese Einrichtung passende, symbolische Geste überreichte Sepp Schmid einen großen Schlüssel („alt, etwas angerostet, hat viel erlebt in seinem Leben, aber dennoch funktionsfähig“) an BRK-Präsident Theo Zellner, der ihn sogleich an Tagespflege-Teamleiterin Yvonne Luithardt weitergab. Am Ende des offiziellen Einweihungsaktes wurde mit einem Glas Sekt angestoßen und bei einem kalten Büfett, Kaffee und Kuchen tauschten sich die Gäste der Feierlichkeiten im Gespräch über die neue Einrichtung aus. Der Tenor: Einhellige Begeisterung. 



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Bericht u. Bilder: Regina Pfeffer







Hinweis auf die Vortragsreihe "Seelische Gesundheit im Alter" ab 13.09.2018 in Lam:

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Tagsüber gut betreut


Tag der offenen Tür in der BRK-Tagespflege Arrach hatte viel Zulauf


Die neuen Räume der BRK-Tagespflege Arrach wurden am vergangenen Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt. Beim Tag der offenen Tür konnten zahlreiche Besucher in der Einrichtung begrüßt werden. Interessierte und pflegende Angehörige konnten sich die Räumlichkeiten anschauen. Tagespflege-Teamleiterin Yvonne Luithardt und Mitarbeiterin Maria Schönfeld standen für Informationen über die Arbeit und Abläufe der Tagespflege, deren Finanzierung und Beratung zu Pflegethemen gerne zur Verfügung. In persönlichen Führungen wurden den Gästen die integrierte Küche, die Aufenthaltsräume, der Schlafraum, das Badezimmer mit Dusche und Badewanne sowie die Funktionsräume gezeigt und erläutert. Dabei gefielen vor allem die gemütliche Einrichtung und die liebevolle Gestaltung der einzelnen Räume. Die Fertigstellung der Außenanlagen soll über den Sommer geschehen.


Die Einrichtung, die Anfang des Monats in Betrieb ging, bietet von Montag bis Freitag Platz für rund 12 Personen und ist gemütlich eingerichtet mit einer kreativen Wandgestaltung, Ruhemöglichkeiten, Ecken zum Ratschen, einem großen Raum für gemeinsame Aktivitäten sowie einer offenen Küche. Warme, freundliche Farben und weiche Linien ergeben eine wohnliche Atmosphäre. Besonders Menschen mit Einschränkungen werden sich in den wunderschönen und zugleich höchst funktionalen Räumen sicher gut aufgehoben fühlen. Die hellen und modernen Räume sind an die Bedürfnisse der Senioren angepasst. Der Besuch in der Arracher Tagespflege kann sehr flexibel gestaltet werden. Außer einer Vollbelegung von Montag bis Freitag kann der Gast jede beliebige Wochentagskombination wählen. Da die Plätze meist nur teilbelegt sind, können insgesamt 20 bis 25 Damen und Herren aufgenommen werden. Die Tagesgäste können sich zurückziehen oder sich Aktivitäten aus dem abwechslungsreichen Angebot aussuchen, z.B. Malen, Karten oder Ball spielen, Musik machen, singen oder einfach nur Zeitung lesen – die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Das BRK bietet auch einen Fahrdienst für Gäste im Umkreis von 15 Kilometern an.       


Fast fertiggestellt ist die geschmackvolle Inneneinrichtung. „Es fehlen nur noch die Vorhänge und einzelne Lampen“, so Yvonne Luithardt erfreut. Die ersten Tage seien sehr harmonisch verlaufen. „Gerne spielen unsere Gäste Mensch-ärgere-dich-nicht oder Puzzeln.“ Aber auch gebastelt sei schon worden, verrieten die beiden Pflegekräfte und verwiesen auf die bunten Fensterbilder mit Blumen und Schmetterlingen. Im von den Senioren zusammengestellten Speiseplan für die nächste Woche finden sich traditionelle Gerichte wie Käsespätzle, Krautnudeln, Eintopf mit Wursteinlage oder Fleischplanzerl. Thematisiert wurde auch das Fest „Christi Himmelfahrt“ und der damit verbundene Vatertag, die Eisheiligen und der Monat Mai. Der religiöse Inhalt, eine kleine Vatertagsfeier und ein Quiz behandelten diese Höhepunkte im Jahresablauf.



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Bericht u. Bilder: Pfeffer Regina






Die Seniorenkontaktstelle informiert: Im Landratsamt existiert bereits seit November 1997 eine Seniorenkontaktstelle, die Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises und Koordinationsstelle für die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Behörden und Institutionen ist.

Die Seniorenkontaktstelle erstellt Informationsbroschüren wie den Seniorenwegweiser, den Behindertenwegweiser und die sehr gut angenommene Notfallmappe. Den größten Zuspruch findet jedoch immer noch die zweimal im Jahr erscheinende Seniorenzeitung „Abseits-DENKSTE“ in der lustige Geschichten und Gedichte, Ausflugsvorschläge und Informationen für Senioren vorgestellt werden.

Meist werden der Seniorenkontaktstelle Fragen zum Thema Schwerbehinderung und Pflege gestellt. Neu im Angebot der Seniorenkontaktstelle ist auch das Angebot einer Wohnraumberatung. Viele Wohnungen sind nicht barrierefrei und bergen Gefahren. So kann ein loser Teppich oder ein Verlängerungskabel zur Stolperfalle werden. Ein zweiter Handlauf beim Treppenaufgang, die Erhöhung von Sitz- und Schlafgelegenheiten oder der Umbau des Bades können die Sicherheit und den Verbleib in der eigenen Wohnung gewährleisten. Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gibt es bei Schwerbehinderung (mindestens 50%) die Möglichkeit eines Zuschusses in Höhe von 10.000 Euro.

Unter der Telefonnummer 09971/78-291oder 78-292 stehen Ihnen Herr Michael Ruhland und Frau Martina Pfeilschifter gerne für Fragen zur Verfügung.

 

 


Gesetzliche Unfallversicherung für pflegende Angehörige

 

Nicht erwerbsmäßig tätige häusliche Pflegepersonen sind bei den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern beitragsfrei versichert, wenn sie einen Pflegebedürftigen (im Sinne des § 14 des SGB XI) pflegen. Der Versicherungsschutz bezieht sich auf Tätigkeiten der Pflegebereiche Körperpflege, Ernährung, Mobilität sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung, wenn diese überwiegend dem Pflegebedürftigen zugutekommen.

Dafür gelten die folgenden Voraussetzungen:

  • Die Pflege darf nicht erwerbsmäßig erfolgen

Das ist der Fall, sofern Sie für Ihre Pflegetätigkeit keine finanzielle Zuwendung erhalten, die das gesetzliche Pflegegeld übersteigt. Bei nahen Familienangehörigen wird allgemein angenommen, dass die Pflege nicht erwerbsmäßig erfolgt.

  • Die Pflege muss in der häuslichen Umgebung stattfinden

Ihre Pflegetätigkeit muss also entweder in Ihrem Haushalt oder in der Wohnung des Pflegebedürftigen erfolgen. Dabei kann es sich auch um ein Senioren- oder Pflegeheim handeln. Möglich ist auch, dass Sie den Pflegebedürftigen im Haushalt einer dritten Person pflegen. Der zeitliche Umfang der übernommenen Pflegetätigkeit ist für den Versicherungsschutz nicht von Bedeutung.


Was ist nach einem Unfall zu tun?

Bei einem Unfall muss innerhalb von drei Tagen eine Unfallanzeige an die KUVB gesandt werden. Vordrucke dafür sind im Internet unter www.kuvb.de Service - Unfallanzeigen – zu finden. Wenn Sie als Pflegeperson nach einem Unfall ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, sollten Sie dem Arzt unbedingt sagen, dass Sie den Unfall bei der Pflege erlitten haben. Er rechnet dann direkt mit der KUVB ab und nicht mit Ihrer Krankenkasse.

Tödliche Unfälle müssen sofort gemeldet werden, entweder per Telefon 089 36093-0 oder Fax 089 36093-135

Quelle: Zeitschrift Zu Hause pflegen – gesund bleiben! Ausgabe 2/Winter 2016

Kommunale Unfallversicherung Bayern

Bayerische Landesunfallkasse

Ungererstraße 71

80805 München

Telefon: 089 36093-0

Internet: www.kuvb.de